ᐅ Augenmigräne: Symptome, Behandlung & Soforthilfe [2024]

Optische Wahrnehmungsstörungen in Form von Blitzen, Flimmern oder Gesichtsfeldausfällen können auf eine Augenmigräne hinweisen.

Ohne Vorwarnung überfällt sie die Betroffenen und schränkt die Funktion ihrer Augen deutlich ein. Von außen nach innen reduziert sich das Gesichtsfeld. Die Bilder vor Augen beginnen, zu flimmern. Das kann ganz schön beängstigend sein, vor allem für Menschen, denen dieses Phänomen das erste Mal widerfährt.

Glücklicherweise hält dieser Zustand jedoch meist nur kurz an und kann somit häufig ohne Medikamente überstanden werden. Dennoch stellt er für Betroffene eine Belastung dar, welche gelindert werden kann. In diesem Artikel erfahren Sie, …

  • was eine Augenmigräne genau ist und welche Symptome auftreten können,
  • welche Ursachen dahinter stecken,
  • wie sie behandelt werden kann …

und mehr.

Was ist Augenmigräne und welche Symptome treten auf?!

Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Migräne (eine neurologische Erkrankung) mit der Fachbezeichnung “ophthalmische Migräne”, die oft akut nur wenige Minuten andauert. Außerdem kann sie in Kombination mit klassischer Migräne, normalen Kopfschmerzen oder alleine auftreten.

Die Symptomatik ist in ihrer Zusammensetzung und Intensität von Patient zu Patient, aber auch von Mal zu Mal, unterschiedlich. Dennoch kristallisieren sich häufige Haupt-Symptome heraus:

  • Lichtblitze im Sichtfeld
  • Flackernde Bilder
  • Flimmernde Bilder
  • Wahrnehmung von zackigen Linien
  • Gesichtsfeld-Einschränkungen

Über die besonders häufig vorkommenden Symptome hinaus können auch folgende Phänomene als Begleiterscheinungen auftreten:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Lichtempfindlichkeit
  • Wahrnehmung von Doppelbildern
  • optische Halluzinationen

Doch bei all den belastenden Symptomen kann es helfen, zu wissen, dass dieser Zustand meist nur kurze Zeit anhält und auch keine nachhaltigen körperlichen Schäden hinterlässt.

Welche Ursachen können dahinter stecken?

Wie auch bei der klassischen Migräne, ist die Migräne der Augen neurologisch noch nicht vollständig erforscht, sodass von Experten vor allem Vermutungen und Erklärungsansätze angestellt werden. In Bezug auf die klassische Migräne werden z.B. Durchblutungsstörungen als Ursache vermutet.

Bezüglich der Augenmigräne gibt es einen Erklärungsansatz, der sich auf das Nervensystem fokussiert. Dabei vermuten Mediziner ein Ungleichgewicht von Hemmung und Erregung der Nerven, die mit dem Sehnerv in Verbindung stehen. Auf diese Weise komme es vermutlich dazu, dass die optischen Reize nicht optimal weitergeleitet werden können.

Welche Triggerreize können eine Rolle spielen?!

Neben Ursachen gibt es aber auch noch gewisse Auslöser, die eine solche Nervenstörung auslösen bzw. begünstigen können. So etwa:

  • Anhaltender Stress
  • häufiger Alkoholkonsum
  • Schlafmangel
  • die Einnahme gewisser Medikamente
  • Hormonschwankungen
  • Wetterschwankungen
  • gewisse Inhaltsstoffe in Lebensmitteln
  • bestimmte Lichtreize

Unterschied zur Migräne mit Aura

Wer sich mit Migräne auskennt und selbst davon betroffen ist, wird bei den Stichworten “Flimmern” und “Lichtblitze” wahrscheinlich zuerst an Migräne mit Aura denken. Kein Wunder, denn die Symptome ähneln sich. Allgemein bedeutet der Begriff “Aura” so viel wie “Ausstrahlung”.

Eine Aura im Rahmen der Migräne äußert sich vor allem visuell in Form von Lichtblitzen und Flimmern im Sichtfeld, welche häufig die Form eines gezackten Kranzes annehmen, der hell in der Mitte beginnt und nach außen hin ausstrahlt. Doch trotz der Parallelen sind beide Formen der Migräne klar voneinander zu unterscheiden. Während bei einer Migräne mit Aura die Kopfschmerzen im Vordergrund stehen, tritt eine ophthalmische Migräne oft oder sogar meist ohne Kopfschmerzen auf.

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Ophthalmische Migräne und Hirntumor - Gibt es Zusammenhänge!?

Ein Hirntumor kann bei entsprechender Lokalisation z.B. auf den Sehnerv drücken oder allgemein durch seine Raumeinnahme zu einem erhöhten Hirndruck führen. Diese unmittelbaren Folgen können wiederum zu Sehstörungen führen. Am häufigsten kommen vor:

  • Augenflimmern und -flackern
  • Sehen von Doppelbildern
  • Ausfälle von Teilen des Gesichtsfeldes

Durchaus gibt es also bei den Symptomen gewisse Parallelen zur Augenmigräne, weshalb die Unterscheidung für Betroffene schwierig bis unmöglich ist. Eine Abklärung beim Arzt empfiehlt sich bei solchen Symptomen also auf jeden Fall. Um jedoch den Teufel nicht gleich an die Wand zu malen, kann es helfen, weitere typische Symptome eines Hirntumors zu kennen. Die da wären:

  • epileptische Krampfanfälle
  • Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühle
  • Schwindelanfälle
  • akustische Wahrnehmungsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und/oder Erbrechen
  • Desorientiertheit oder Benommenheit
  • Konzentrationsprobleme
  • Wesensveränderungen: z.B. schnellere Reizbarkeit

Wichtig ist hierbei noch, zu erwähnen, dass diese Symptome sowohl einzeln, als auch zu mehreren gemeinsam auftreten können. Des weiteren kommt es bei der Art der auftretenden Symptome auch darauf an, wo der Tumor im Gehirn sitzt und welche Gehirnregionen er damit beeinträchtigt.

Selbstverständlich muss das Auftreten von Sehstörungen oder einzelner weiterer Symptome wie Schwindel und Kopfschmerzen nicht gleich auf einen Hirntumor hindeuten. Aus diesem Grunde sollten Sie bei Sehstörungen oder dem vermehrten Auftreten anderer aufgezählter Symptome immer einen Arzt aufsuchen. Der kann Ihnen Klarheit verschaffen.

Ophthalmische Migräne und Schlaganfall - Gibt es Zusammenhänge!?

Auch bei einem Schlaganfall treten häufig Sehstörungen auf, die denen der Augenmigräne ähneln. So etwa:

  • Gesichtsfeldausfälle
  • Sehen von Doppelbildern

Darüber hinaus gibt es aber auch noch andere für Schlaganfälle typische Sehstörungen, die bei der ophthalmischen Migräne in der Regel nicht auftreten:

  • Herdblick (Betroffene können ihre Blickrichtung nicht mehr kontrollieren, die Pupille kippt nach rechts oder links, statt der Augen bewegt sich der ganze Kopf)
  • Raumachsen-Verschiebung (es fällt Betroffenen schwer, geradeaus zu gehen)
  • Störung der Tiefenwahrnehmung (Betroffene können Abstände nicht mehr richtig einschätzen)

Weitere typische und häufige Symptome eines Schlaganfalles wären:

  • Sprachstörungen und Sprachverständnis-Störungen
  • Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen
  • Schwindel
  • Unsicherheit beim Gehen
  • starke Kopfschmerzen

Lassen Sie Sehstörungen und auch die anderen aufgezählten Symptome also bitte immer beim Arzt abklären, um alle Eventualitäten auszuschließen. Wobei natürlich auch hier gilt, dass das Auftreten einzelner Symptome nicht unbedingt auf einen Schlaganfall hindeuten muss, auf alle Fälle aber kann. Und das reicht schon für den Besuch beim Arzt.

Wie wird Augenmigräne behandelt und was können Sie selbst tun?!

Ärztliche Hilfe

Leider gibt es bis jetzt noch keine wirkliche Therapie oder Heilung von ophthalmischer Migräne. Das einzige, was Ärzte tun können und häufig auch tun, ist, Schmerzmittel zu verschreiben.

Selbsthilfe

Im Rahmen der Selbsthilfe können Sie vorbeugend Stressfaktoren minimieren und für mehr Entspannung in Ihrem Alltag sorgen. Autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder regelmäßige Entspannungsbäder können hier, vielleicht sogar akut, Erleichterung bringen. Darüber hinaus können Sie versuchen, Ihre Trigger herauszufinden.

Versuchen Sie zu analysieren, in welchem Zusammenhang Ihre Anfälle mit gewissen Aspekten Ihres Alltags stehen könnten und streben Sie an, genau diese Aspekte positiv zu verändern. Ansonsten hilft es Ihnen vielleicht, zu wissen, dass eine Augenmigräne an sich harmlos ist und keine bleibenden Schäden hinterlässt.

Fazit

Regelmäßige Sehstörungen müssen also nicht immer auf eine schwere Erkrankung hindeuten, sondern können auch im Rahmen einer harmlosen Augenmigräne auftreten. Wobei “harmlos” nicht gleich “unbelastend” bedeutet. Betroffene können darunter durchaus stark leiden, vor allem langfristig psychisch und akut körperlich.

Und auch wenn es noch keine richtig wirksame oder gar heilende Therapie gibt, kann die akute und vorbeugende Selbsthilfe positive Veränderungen bewirken. Eine Abgrenzung von schwerwiegenden Erkrankungen wie Schlaganfall oder Hirntumoren ist im Übrigen unbedingt notwendig, genauso wie eine Abklärung der Symptome beim Arzt.