Brille für Farbenblinde vom Optiker geprüft

Das sollte man unbedingt wissen

  • Die Brille für Farbenblinde unterstützt das Farbsehvermögen nur während des Tragens
  • Bisher gibt es keine Heilungsmöglichkeiten für eine Farbenblindheit
  • Farbenblindheit wird abhängig von den betroffenen Zapfen im Auge in unterschiedliche Kategorien differenziert
  • Aufgrund genetischer Faktoren leiden mit 8 % deutlich mehr Männer als 0,4 % der Frauen an Farbenblindheit

Jeden Tag werden wir mit Tausenden Eindrücken konfrontiert, die unser Gehirn verarbeiten muss. Dazu gehören nicht nur Laute und Bewegungen, sondern auch Farben. Doch es gibt viele Menschen, die an Farbenblindheit leiden. Damit aber auch Personen, die an einer Farbenblindheit leiden, ein möglichst uneingeschränktes Leben führen können, gibt es mittlerweile die Brille für Farbenblinde. Die Brille für Farbenblinde soll dabei helfen, das Farbsehvermögen der Betroffenen zu verbessern und das Leben bunter zu machen.

Was ist Farbenblindheit und ist eine Brille für Farbenblinde die Lösung ?

Farbenblindheit ist eine Erkrankung des Auges in Form einer Farbwahrnehmungsstörung. Der Begriff als solcher umfasst verschiedene Formen von Fehlsichtigkeit. Diese kann genetisch bedingt oder erworben sein. Farbenblindheit bedeutet nur in wenigen Fällen, dass gar keine Farben mehr wahrgenommen werden können. In den meisten Fällen ist die Einschränkung auf ein bestimmtes Farbenspektrum limitiert.

Für angeborene Farbenblindheit gibt es bisher keine Lösung. Was es allerdings gibt, sind Forschungsansätze und Versuche, die sich damit beschäftigen, Farbenblindheit zu behandeln. Auch aktuell laufen noch einige Versuche in diesem Bereich. So kann eine Brille für Farbenblinde beispielsweise das Farbsehen des Betroffenen unterstützen. Augenärzte und Forscher betonen allerdings, dass es sich bei der Behandlung von Farbenblindheit um eine Gentherapie handeln müsse. Denn nur so ist es möglich, den Fehler in der Stoffwechselkette zu korrigieren.

Wie viele Menschen in Deutschland sind farbenblind?

In Deutschland sind rund vier Millionen Menschen von Farbenblindheit betroffen. Zwar wird ihr Leben dadurch nicht enorm erschwert, dennoch handelt es sich um eine störende Einschränkung. Denn unter Umständen können beispielsweise bestimmte Berufe gar nicht oder nur schwer ausgeführt werden, wenn die betroffene Person unter einer Farbenblindheit leidet.

Welche verschiedenen Formen von Farbenblindheiten gibt es?

Nachgewiesenermaßen gibt es nicht die eine Farbenblindheit. Diese Erkrankung wird in der Medizin in unterschiedliche Kategorien unterteilt. Die Unterteilung wird anhand verschiedener Faktoren vorgenommen. Es wird differenziert zwischen Achromasie, Dichromasie und Monochromasie. Die Art der Farbenblindheit wird demnach anhand der Anzahl funktionierender Zapfen vorgenommen, die im Auge zu finden sind.

Achromasie Bei der kompletten Achromasie sind alle drei Zapfen, die für die Farberkennung verantwortlich sind, nicht funktionstüchtig. Der Betroffene kann keine Farben wahrnehmen. Die Umwelt wird ausschließlich in Hell-Dunkelschattierungen wahrgenommen.

Bei der teilweisen Achromasie kann die betroffene Person die Farben noch zu einem absolut geringen Maß wahrnehmen.

 

Dichromasie Zwei Zapfen im Auge sind funktionstüchtig. Der Betroffene nimmt Farben nur eingeschränkt wahr.

 

Monochromasie Monochromasie tritt sehr selten auf. Die Rot- und Grünzapfen sind nicht funktionsfähig oder fehlen gänzlich. Nur der Blauzapfen funktioniert. Das Farbspektrum der betroffenen Person ist daher sehr stark eingeschränkt. Betroffene können häufig nur Hell-Dunkelschattierungen wahrnehmen. In manchen Fällen besteht eine Restsichtigkeit der Farbe Blau.

Wie sieht ein Farbenblinder? – Unterschiedliche Formen der Dichromasie

Wie ein Farbenblinder seine Umwelt sieht, hängt maßgeblich von der Form der Farbenblindheit ab. Je nachdem, wie viele Zapfen im Auge beschädigt sind und welche genau betroffen sind, können unterschiedliche Farben nicht verarbeitet werden. Während ein Farbenblinder, der unter Achromatopsie leidet, gar keine Farben wahrnehmen kann, beschränkt sich die Wahrnehmung in den anderen beiden Arten der Farbenblindheit nur auf ausgewählte Farben. Um die Diagnose zu erleichtern, wird weiterhin zwischen drei unterschiedlichen Arten der Farbenblindheit differenziert:

  • Die Protanopie – Rotblindheit

Bei der Protanopie oder Rotblindheit handelt es sich um eine Form der Farbenblindheit, bei der das Auge des Betroffenen nicht im Stande ist, rotes Licht wahrzunehmen. Die Zapfen im Auge, die dafür verantwortlich sind, rotes Licht zu verarbeiten, sind im Falle eine Protanopie beschädigt. Betroffene von Protanopie haben häufig besondere Schwierigkeiten, rot und grün voneinander zu unterscheiden. Auch die Differenzierung blau und grün fällt oft besonders schwer.

  • Die Deuteranopie – Gründblindheit

Personen, deren Auge kein grünes Licht verarbeiten kann, leiden unter einer Deuteranopie. Die Zapfen, die im Auge für das Wahrnehmen von grünem Licht verantwortlich sind, sind im Falle einer Deuteranopie nicht ausgebildet. Auch die Unterscheidung zwischen grauen lilianen und blauen Farbtönen kann Menschen mit Grünblindheit besonders schwerfallen.

  • Die Tritanopie – Blaublindheit

Personen, die unter Tritanopie leiden, verwechseln hellblau häufig mit Grau, dunkellila und Schwarz. Mittelgrün kann nur schwer von Blau, Orange und Rot unterschieden werden. Der Grund hierfür liegt darin, dass das Auge kein blaues Licht verarbeiten kann. Im Falle einer Tritanopie sind die lichtsensitiven Rezeptoren, die für das Erkennen von Blautönen auf der Netzhaut verantwortlich sind, nicht ausgebildet.

Ursachen der Farbenblindheit

Die Ursachen einer Farbenblindheit sind im Auge des Betroffenen zu finden. Egal, um welche Form der Farbenblindheit es sich handelt, sind die Farbrezeptoren im Auge nicht im Stande, die entsprechenden Farbreize aufzunehmen bzw. weiterzuleiten. Die Gründe für die Fehlfunktion der Farbrezeptoren können unterschiedlich aussehen.

Die angeborene Farbenblindheit

Im Falle einer Farbenblindheit kann es sich um einen genetischen Defekt handeln. Angeborene Farbenblindheit betrifft immer beide Augen und tritt in der Regel bereits gleich nach der Geburt auf. Von einer angeborenen Farbenblindheit sind mit 8 % deutlich mehr Männer betroffenen als Frauen, bei denen die Quote bei 0,4 % liegt.

Wieso sind mehr Männer von der angeborenen Farbenblindheit betroffen?

Dass mehr Männer als Frauen an Farbenblindheit leiden, lässt sich genetisch begründen. Denn die Gene, die maßgeblich für die Farbenblindheit verantwortlich sind, lassen sich in den X-Chromosomen finden. Während Männer nur ein X-Chromosom besitzen, besitzen Frauen zwei. Dies bedeutet, dass, sollte bei einer Frau auf einem X-Chromosom ein genetischer Fehler vorliegen, der zur Farbenblindheit führt, dieser durch das zweite X-Chromosom ausgeglichen werden kann. Diese Möglichkeit besteht bei Männern nicht.

Die erworbene Farbenblindheit

Auf der anderen Seite ist es ebenfalls möglich, die Funktion des Auges bzw. der Zapfen durch die Einnahme von Medikamenten oder einer Erkrankung einzuschränken. In einem solchen Fall ist die Rede von einer erworbenen Farbenblindheit. Diese kann, anders als bei der angeborenen Farbenblindheit, auch nur ein Auge betreffen. Männer und Frauen sind von der erworbenen Farbenblindheit gleichermaßen betroffen.

Auslöser für eine erworbene Farbenblindheit können sein:

  • Erkrankungen der Netzhaut
  • Erkrankungen der Sehbahn
  • Erkrankungen der Augen
  • Vergiftungen mit Medikamenten
  • Umweltgifte

Was ist eine Brille für Farbenblinde?

Anders als Einstärken- oder Gleitsichtbrillen dient eine Brille für Farbenblinde dazu, das Farbsehen des Betroffenen zu unterstützen. Sie dient seit einigen Jahren als optimale Möglichkeit, Farbenblinden den Alltag zu erleichtern. Nach langer Forschung konnte eine Technologie entwickelt werden, die die Lichtwellen so bündelt, dass auch Farbenblinde wieder unterschiedliche Farben wahrnehmen können.

Wie funktioniert die Farbenblindbrille?

Die Brille für Farbenblinde funktioniert mit einer speziellen Technologie. In das Brillenglas sind Hunderte Filter eingebaut, die dazu dienen, die Lichtwellen entsprechend der Farbenblindheit zu filtern. Obwohl die nicht funktionierenden Zapfen im Auge nicht mehr auf Lichtreize reagieren, werden die Lichtwellen durch die Brille so gebündelt, dass der Betroffene die Farbe mit der Brille für Farbenblinde deutlich stärker wahrnehmen kann.

Kosten einer Rot-Grün-Brille

Der Preis ist, wie auch bei den Einstärken- oder Gleitsichtbrillen maßgeblich vom Modell abhängig. Es besteht allerdings die Möglichkeit, mit der Krankenkasse in Kontakt zu treten und zu versuchen, sich zumindest einen Teil der Kosten erstatten zu lassen. Dies ist unter Umständen ebenfalls von den Versicherungen und Zusatzversicherungen des Betroffenen abhängig.

Farbenblindheit oder Farbfehlsichtigkeit erkennen

Um eine Farbenblindheit zu diagnostizieren, gibt es mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlicher Vorgehensweisen, auf die Augenärzte und Optiker zurückgreifen können.

Diagnose mithilfe des Elektroretinogrammes

Eine Möglichkeit der Diagnose einer Farbenblindheit ist das Elektroretinogramm. Durch diese Vorgehensweise können die Stäbchen und Zapfen im Auge unabhängig voneinander betrachtet und getrennt beurteilt werden. Durch eine Elektroretinogramm lässt sich die Funktionsweise des Auges im Detail nachvollziehen und ein klares Urteil über eine mögliche Farbenblindheit fällen.

Diagnose mithilfe einer Blutanalyse

Hat das Elektroretinogramm die Vermutungen nicht bestätigt oder es liegt der Verdacht einer genetisch bedingten Farbenblindheit vor, besteht die Möglichkeit, diese durch eine Blutanalyse zu untersuchen. Denn die durch die Eltern vererbten Chromosomen und ihre Gene geben Aufschluss darüber, ob eine genetisch bedingte Farbenblindheit vorliegen kann.

Diagnose mithilfe eines Anomaloskops

Bei einem Anomaloskop handelt es sich um ein augenärztliches Untersuchungsgerät, das ebenfalls dazu verwendet werden kann, Farbenblindheit zu diagnostizieren. Bei diesem Test ist es die Aufgabe der betroffenen Person, zwei unterschiedliche Farben in ihrer Intensität und Farbe aneinander anzugleichen. Farbenblinden gelingt es im Rahmen dieses Tests ausschließlich, die Farbintensität anzugleichen.

Diagnose mithilfe von Farbtafeln und Farblegetests

Auch pseudochromatische Tafeln werden von Augenärzten verwendet, um eine Farbenblindheit aufzudecken. Am häufigsten verwendet wird die Ishihara-Tafel. Diese kann aufgrund ihrer Konstruktion allerdings nur verwendet werden, um eine Rot- oder Grünblindheit festzustellen.

Um eine Blaublindheit über einen Farbtest zu diagnostizieren, werden in der Regel Velhagen-Stilling-Tafeln verwendet. Auch der Farnsworth-D15-Test ist sehr beliebt.

Kann eine Brille für Farbenblinde die Augen heilen?

Die Brille für Farbenblinde wurde nicht dafür entwickelt, das Auge zu heilen. Vielmehr geht es bei dieser Entwicklung darum, die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern und dem Auge zu helfen, Farben besser wahrzunehmen. Dazu ist es allerdings nur dann im Stande, wenn der Farbenblinde die Brille trägt. Sobald die Brille für Farbenblinde abgesetzt wird, wird das Auge bei seinem Farbwahrnehmungsprozess nicht mehr unterstützt.

Zusammenfassung

Um die Notwendigkeit einer Brille für Farbenblinde festzustellen, haben Augenärzte und Optiker unterschiedliche Möglichkeiten. Die Brille für Farbenblinde bietet für betroffene Personen eine sehr gute und einfache Möglichkeit, ihr Farbsehvermögen zu verbessern. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass es aktuell noch keine Therapie gibt, durch die Langzeiterfolge abgesichert werden können. Umso wichtiger ist es auch, dass die Lebensqualität durch das Tragen einer Brille für Farbenblinde enorm gesteigert werden kann.